Romani Rose-Fellow 2026 Juri Kreuz

Kontakt

Forschungsstelle Antiziganismus
Hauptstr. 216
69117 Heidelberg

Porträt eines Mannes mit mittellangen mittelblonden Haaren in weißem Hemd und Schwarzem Anzug

Zur Person

Juri Kreuz ist Erziehungswissenschaftler mit einem Forschungsschwerpunkt auf antiziganismuskritischer Bildungsarbeit. Sein wissenschaftliches Anliegen liegt in der Verbindung qualitativer Sozialforschung mit communitybasierten, partizipativen Ansätzen und einer ausgeprägten Praxisorientierung.

Er studierte Erziehungswissenschaft (M.A.) an der Universität Bielefeld. In seiner Masterarbeit „Epistemische Dilemmata in der Antiziganismusforschung. Eine communitybasierte qualitative empirische Analyse“ untersuchte er auf Grundlage qualitativer Interviews Spannungsfelder zwischen wissenschaftlicher Wissensproduktion, Communityperspektiven und historischen Machtverhältnissen. Ein besonderer Fokus lag auf Fragen von Repräsentation, Begriffspolitik und Partizipation in der Antiziganismusforschung.

Im Rahmen des Romani-Rose-Fellowship bereitet Juri Kreuz aktuell ein Promotionsprojekt vor, das an diese Überlegungen anschließt und künstlerische Erinnerungspraxen von Sinti* und Roma* untersucht. Im Zentrum stehen methodologische und ethische Fragen partizipativer Forschung sowie die wissenschaftliche Reflexion künstlerischer Ausdrucksformen als Formen kollektiven Erinnerns und Wissens.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt Juri Kreuz über mehrjährige Berufserfahrung als staatlich anerkannter Erzieher in unterschiedlichen Feldern der Kinder- und Jugendhilfe, als DaF-/DaZ-Lehrer in der Erwachsenenbildung sowie in künstlerischen Kontexten als Musiker.

Wissenschaftliche Tätigkeiten und Projekte

  • ab 2026 Institutionelle Anbindung an die Forschungsstelle Antiziganismus (FSA), Universität Heidelberg
    (im Rahmen des Romani-Rose-Fellowships)
  • 2024–2025 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt EMPATHIA³, Fakultät für Erziehungswissenschaft (AG 2), Universität Bielefeld
  • 2022–2024 Projektmitarbeiter im Kooperationsprojekt des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma & der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Antiziganismussensible Bildungsberatung und Demokratiebildung
    (Konzeption, Durchführung und Evaluation von Weiterbildungsformaten zur antiziganismuskritischen Bildungsarbeit)

Bildungsarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement

  • Bildungsbotschafter gegen Antiziganismus
    (Vorträge, Workshops und Bildungsangebote zur Aufklärung über Antiziganismus und Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja)
  • Leitung kreativer Bildungsformate (Theater-, Musik- und Hip-Hop-Workshops in schulischen und außerschulischen Kontexten) 

Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

  • Antiziganismuskritische Bildungsarbeit und Forschung
  • Qualitative Sozialforschung
  • Communitybasierte und partizipative Forschung
  • Erinnerungskulturen und künstlerische Wissenspraktiken
  • Theorie–Praxis-Transfer in pädagogischen Handlungsfeldern

Publikationen

  • Kreuz, Juri (im Erscheinen): Spannungsfelder in der antiziganismuskritischen Bildungsarbeit. In: Natalie Reinhardt, Sven Rößler, Lukas Barth & Philipp Reinhardt (Hg.): Zugänge der Politischen Bildung zum Themenfeld „Sinti und Roma*“
  • Kreuz, Juri (2025): Antiziganismus als historisch gewachsenes Phänomen. In: Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Hg.): Leerstellen aufdecken. Antiziganismus- und Rassismuskritik an Hochschulen und in der beruflichen Bildung (S. 60–67).
  • Kreuz, Juri; Küßner, Nadine (2025): Antiziganismuskritische Bildung. Impulse zur gesellschaftskritischen Reflexion. In: Arbeitsstelle Antiziganismusprävention der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Hg.): Leerstellen aufdecken (S. 94–99).

Mediale Beiträge

  • Podcast Inreflex – Antiziganismussensible Bildung an der Hochschule, Folgen „Awareness“ und „Reflexion“ (2025): Skript, Aufnahme, Schnitt und inhaltliche Beiträge
  • Rede- und Musikanteile in Popfilter – Der Song des Tages (detektor.fm): Panorama & Cut Spencer – Der Außerirdische (2025)