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Blogpost von Rania Ashour und Dr. Radmila Mladenova  Abschied von Sidonie: Kritische Perspektiven auf Roman und Film

Erinnerung bedeutet, Unrecht nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. In seiner Erzählung Abschied von Sidonie rekonstruiert Erich Hackl die wahre Geschichte von Sidonie Adlersburg, einem Roma-Mädchen, die in den 1930er Jahren in Österreich Diskriminierung und Ausgrenzung, jedoch auch Liebe und Zuneigung von ihrer Pflegefamilie, der Familie Breirather, sowie ihrer leiblichen Mutter erfahren hat. Diese Momente der Fürsorge stehen in starkem Kontrast zur staatlich organisierten und nationalsozialistischen Ausgrenzung und Verfolgung, die Sidonie schließlich zu einem Opfer des Holocaust machte. Hackl zeigt, wie tief verwurzelte gesellschaftliche Vorurteile und politische Ideologien den Lebensweg eines Kindes unwiderruflich geprägt haben. 

Die Autorinnen Rania Ashour und Dr. Radmila Mladenova widmen sich in ihrem Blogpost anhand dieses Beispiels der Frage nach der Rolle von Literatur als Zeugnis aber auch deren Verantwortung. Hackls Erzählung basiert dabei auf realen historischen Ereignissen und nutzt eine faktenbasierte Erzählweise, um die systematische Verfolgung der Sinti* und Roma* sichtbar zu machen. Sein Werk fordert dazu auf, die Mechanismen der Ausgrenzung kritisch zu reflektieren und die Verantwortung der Mehrheitsgesellschaft für den Schutz von Minderheiten anzuerkennen.

Speziell der Vergleich mit Karin Brandauers Film Sidonie, der Hackls Erzählung 1990 auf die Leinwand brachte, regt zur Diskussion über die Verantwortung bei der medialen Vermittlung von Minderheitenthemen an und die Frage, wie über kollektive Verantwortung nachzudenken ist. Hackl setzt mit seinem Werk einen Kontrapunkt zur allgemeinen Erinnerungskultur und macht die Notwendigkeit deutlich, dass das Leid der Roma* und Sinti* in der Erinnerungskultur der Gesellschaft einen angemessenen Platz finden muss.

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